Beispiel zur Systemischen Aufstellung

Ein junger Mann stellte seinen Heuschnupfen auf. Während er darüber berichtete wann Ihn diese Attacken überfallen, erwähnte eher den Begriff Disziplin. Er rügte sich beiläufig dafür nicht ausreichend Disziplin aufzubringen, vorbeugend alles in seiner Macht stehende zu tun um diese Attacken zu vermeiden.

Während des Zuhörens schien mir der Begriff Disziplin eine Bedeutung zu haben.

Ich fragte den Teilnehmer wer in seinem Leben von ihm Disziplin erwartet habe? Der Weg führte uns zu seinem Vater. Am Ende der Aufstellung war der Satz den ich dem Vater (dem Stellvertreter) zu seinem Sohn zu sprechen gab nämlich, “ich bin stolz auf dich“, das was alles veränderte. Der junge Mann entspannte sich und erlebte tief berührt das Gefühl, von seinem Vater angenommen und akzeptiert zu sein.

Ich arbeite gerne mit wenigen Personen, die als Stellvertreter an der Aufstellung teilnehmen, anstatt mit großen Ahnen-Reihen, d.h. meist nicht mehr als 5-6 Personen, so behalte ich leichter den Überblick.

Die Bedeutung einzelner Personen in der Familiengeschichte zeigt sich mir meist, wie oben erwähnt, durch genaues Zuhören oder in der Dynamik des Aufstellens. Oft stelle ich dem Aufsteller während des Aufstellens, wenn es die Situation in meinen Augen erfordert Fragen wie z.B.: “Gab es in deiner Familiengeschichte eine Person, die…….?“ …eine Situation in der,…..?“ Trifft dies zu, wird die betreffende Person oder Situation zur Aufstellung hinzugenommen.

Es braucht Zeit und Geduld eine Lösung sich entwickeln zu lassen. Nicht immer kann ein vielschichtiges Problem in einer Sitzung aufgelöst werden. Gerne lasse ich dann den Prozess mit den ersten Schritten so stehen und wirken. Zu schnelles Vorgehen kann in meinen Augen den Aufsteller überfordern und somit können die Prozesse die zur Auflösung eines Problems führen nicht gründlich vollzogen werden. Nach meiner Erfahrung kann der einzelne Mensch gut mit Gefühlen wie Schmerz und Trauer, die in einer Aufstellung mobilisiert wurden umgehen. Das was unbewusst wirkte wird nun bewusst. Schmerz und Trauer bedeuten nicht Verzweiflung und Depression. Diese Zustände rühren er aus der Verdrängung her. Wird die Versöhnung zum Beispiel mit einem Elternteil die ein Kind verlassen oder gar misshandelt haben zu schnell vollzogen, so wird sie nicht in der Tiefe der Seele erfahren und Die Aufstellung hat damit ihr Ziel verfehlt. Auch können wir große Kränkungen nicht immer durch eine Versöhnung oder gar Vergebung heilen. Wenn ein Mensch etwas das im großen Schmerz zugefügt hat akzeptieren kann, so haben wir sehr viel für die Heilung der Seele erreicht. Verzeihen ist in meinen Augen nicht etwas das ich tun kann, verzeihen geschieht und ist somit ein Geschenk.

Das Angebot von Nachbetreuung in einer Einzelsitzung oder auch durch Telefonate.

 

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