Vorgehen bei einer Systemischen Aufstellung

Wie sieht eine Aufstellung aus? Was muss berücksichtigt werden und wie sieht solch ein Ablauf aus?
  1. Die Person, die ein Thema welches sie bewegt über eine Aufstellung anschauen und bearbeiten möchte, schildert dies zunächst. Der Aufstellungsleiter ist bemüht während des Berichts herauszufinden wo die Kernpunkte liegen und wer und was an dem Thema beteiligt ist.
  2. Der Aufstellungsleiter bittet die Person, die aufstellt, eine Person aus der Gruppe auszuwählen und zu fragen ob sie, sie vertreten möchte. Der Aufsteller wählt also eine Person für sich selbst aus und führt sie an einen Platz im Raum.
  3. Der Aufstellungsleiter benennt weiter Personen, Dinge (z.B. ein Haus, eine Firma, ein Land) oder Situationen (z.B.: Krieg, Flucht, ein Unfall, eine Krankheit) die ihm für das Thema von Bedeutung erscheinen. Auch diese Personen, Dinge oder Situationen werden, vertreten durch Personen, in den Raum gestellt.
  4. Der Aufsteller setzt sich wieder auf seinen Platz und betrachtet die Aufstellung die er gestaltet hat.
  5. Die Personen die nun in Vertretung anderer Personen etc. im Raum stehen konzentrieren sich auf das sie fühlen (emotional) und spüren (körperlich) und gehen bei bedarf in Bewegung, stellen sich da hin wo es sich für sie passend anfühlt.- Der Kern der Aufstellungen ist das Phänomen, dass die Menschen die eine andere Person oder Sache repräsentieren Emotionen, Gedanken oder Stimmungen dieser Person oder Sache (es ist das Gefühl, dass der Aufsteller mit der Sache verbindet) wahrnehmen. Erfahrungen bestätigen das. Meist sind es Emotionen die dem Aufsteller nicht bewusst waren. Diese Wahrnehmungen werden von den Stellvertretern geäußert. Eine große Rolle spielen hier auch Impulse zu Bewegungen, z.B. hin zu einer anderen Person oder zu mehr Abstand -Allein dieses Geschehen und die Äußerungen der Stellverstreter verdeutlichen für den Aufsteller Zusammenhänge und Schwerpunkte seines Themas. Oft werden allein durch das Anschauen Emotionen aktiviert .
  6. Mit unterschiedlichen Techniken leitet nun der Aufstellungsleiter den weiteren Verlauf der Aufstellung, stellt z.B. eine Person an einen anderen Platz, was wieder Bewegungen und Gefühle verändert. Durch die so entstehende Dynamik können Ursachen von Konflikten und größere Zusammenhänge von Situationen deutlich werden. Das Erkennen ist der größte Teil der Lösung. Jedoch gibt es weitere Techniken die der Aufstellungsleiter anwenden kann um dem Aufsteller zu helfen, seine Situation zu erkennen und Lösungen zu finden.
  7. Zum Ende der Aufstellung nimmt der Aufsteller selbst, der bisher Zuschauer seiner Situation war, seinen eigenen Platz in der Aufstellung ein und ist nun emotional itten im Geschehen.Hier führt häufig die Technik des Sprechens eines „Lösungssatzes“ sofern der Inhalt vom Aufsteller auch gefühlt wird, zur Auflösung eines dargestellten Konflikts. Es sind nicht die Worte sondern die Gefühle die mit den Worten verbunden sind die etwas bewegen.
  8. Bis auf den Aufsteller selbst, lösen sich alle an der Aufstellung Beteiligten Stellvertreter aus ihren Rollen (hierzu gibt es Hilfestellungen). Der Ausstellungsleiter vergewissert sich, dass der Aufsteller mit der Situation so wie sie jetzt ist, sowie mit den Gefühlen die erlebt wurden gut umgehen kann. Manche Ausstellungsleiter bieten bei Bedarf Nachbetreuung an.

 

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